sunflower-klein02
millionengrab2
images02
plakat-soziales-212x300neu302
Kakao aus Westafrika

ka-news-4c-transp_07040514

20. März 2008

 

Kakao aus Westafrika

Fördert der Osterhase Kinderarbeit?

 

Karlsruhe - Das Osterfest steht vor der Tür und zu einem der beliebtesten Schenkfeste wird auch in diesem Jahr wieder jede Menge Naschwerk verschenkt. Bereits 2007 stieg der Konsum von Schokohasen um 450 Tonnen auf 29.608 Tonnen. Was allerdings nur wenige wissen: Deutschland importiert 91 Prozent seines Kakaobedarfs aus Westafrika. Deshalb mahnt der Grüne Kreisverband Karlsruhe vor dem anstehenden Fest, dass in Westafrika mehr als eine Million minderjährige Kinder Tag und Nacht in der Kakaoproduktion arbeiten.

Über 50 Prozent des deutschen Kakaobedarfs kommen nach Angaben der Grünen aus der Elfenbeinküste. Doch das Land an der Westküste Afrikas ist nicht nur für seinen großen Weltmarktanteil in der Kakaoproduktion bekannt. Es sei gleichzeitig ein extremes Beispiel für Kinderarbeit. Jeden Tag schuften 600.000 Kinder teilweise als Sklaven auf den Plantagen des Landes, berichtet Stadtrat Michael Borner vom Kreisverband der Grünen Karlsruhe.

"Besserung ist nicht in Sicht"

Dabei wurde im Jahr 1999 von 174 Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation(ILO) eine Konvention über das Verbot von Kinderarbeit beschlossen. Zu den Inhalten dieser Konvention gehört das unverzügliche Einleiten von Maßnahmen, um die schlimmsten Formen von Kinderarbeit zu beseitigen. Im besonderen Fall der Kakaoindustrie wurde 2001 auf Initiative internationaler Organisationen ein Abkommen auf Selbstverpflichtung der Konzerne zur Abschaffung der Kinderausbeutung unterzeichnet.

Die Lage sehe heute aber kaum anders aus als zu Beginn der Maßnahmen. "Nach wie vor arbeiten Kinder im gleichen Umfang auf den Plantagen", so Borner, "eine Besserung ist nicht in Sicht." So bleibe es den Konsumenten überlassen, beim Kauf auszuwählen, welche Schokolade durch Kinderarbeit produziert wird. Garant für Kakao aus kinderarbeitfreier Herstellung seien Produkte der Fair-Trade-Organisationen. Schließlich mache das Verstecken von ordentlich produzierten Schokohasen doppelt Spaß, weil es die Kinder in Deutschland erfreue und den Kindern in Westafrika helfe, so die Grünen abschließend. (ps/tsg)

oster

Klassisches Geschenk: der Osterhase. Doch woher kommt die Schokolade?
(Foto: ka-news)

zur Startseite